Mischkultur ist echte Gartenbaukunde mit belastbarer Datenlage — und aus einem Buch heraus kaum anzuwenden. Man steht vor einer 200 × 100 cm großen Kiste, hat eine Palette Jungpflanzen in der Hand, und die Frage “gehört Dill neben Karotten?” hat eine Antwort. Nur eben nicht im Kopf.
Hochbeet steckt diese Antwort in den Planer. Man zeichnet sein Beet, zieht Pflanzen hinein, und die App sagt, welche Nachbarn einander helfen — und welche man gleich bereuen wird.
Ein Beet planen
Beete werden über echte Maße und eine Form definiert: Rechteck, L-Form oder frei gezeichnet, Zelle für Zelle. Pflanzen landen dann auf Zentimeterpositionen und werden als Kreise mit ihrem tatsächlichen Standabstand gezeichnet — eine einzelne Tomate frisst sichtbar 60 cm Beet, und an der Geometrie lässt sich nicht vorbeimogeln. Die Platzierung prüft Kollisionen: Würden sich zwei Pflanzen überlappen, verweigert die App. Dieselbe Art in der Nähe wird stattdessen zu einer Stückzahl zusammengefasst.
Darunter liegt ein Pflanzenlexikon mit 21 Arten samt Abstand, Sonnen- und Wasserbedarf, Saattiefe, Wochen bis zur Ernte, botanischer Familie, erwartetem Ertrag und Pflegehinweisen — dazu eine Nachbarschaftsmatrix aus mitteleuropäischen Quellen (Gertrud Franck, Mischkulturen im Gemüsegarten, DGG, Sepp Brunner, Bioland-Richtlinien).
Was es dir sagt
- Gute und schlechte Nachbarn, berechnet über Abstände statt über Rasterzellen, mit ausformulierter Begründung — nicht nur “schlecht”, sondern warum.
- Fix my bed: tauscht konfliktträchtige Pflanzen iterativ gegen verträgliche, die bei denselben Nachbarn gut abschneiden.
- Fruchtfolge-Hinweise über die Saisonen hinweg, damit dieselbe Pflanzenfamilie nicht Jahr für Jahr am selben Fleck sitzt.
- Eine Ertragsschätzung und Stückzahl für die aktuelle Belegung.
- Eine Sonnenkarte über das Beet, abgeleitet aus der Ausrichtung im Onboarding.
Vier Saisonen, ein Beet
Jedes Beet hält vier unabhängige Belegungen — Frühling, Sommer, Herbst, Winter —, und eine Saisonansicht stellt sie nebeneinander, samt Übergangshinweisen: Radieschen raus, Tomate rein, sobald der Boden warm genug ist; Bohnen vor Spinat wegen des Stickstoffs, den sie zurücklassen. Dazu kommt ein Assistent, der aus Beetgröße, Ziel (maximaler Ertrag, pflegeleicht oder familienfreundlich) und den Wunschpflanzen eine Startbelegung generiert.
Drumherum liegen ein Kalender für die Arbeiten, die ein Beet erzeugt, und ein Ernte-Log für das, was am Ende herauskam.
Wie es gebaut ist
React 18 und Vite, bewusst klein gehalten: keine State-Bibliothek, kein
Komponenten-Framework, Styling inline gegen eine einzelne Theme-Datei. Der interessante
Code ist nicht das UI, sondern useBed — Platzierung, Kollisionsprüfung, Undo/Redo,
Nachbarschaftsbewertung und die automatische Reparatur stecken alle dort.
Gespeichert wird lokal zuerst: Alles liegt im localStorage, die App ist ohne Konto
vollständig nutzbar, und eine Anmeldung ergänzt optionale Firestore-Synchronisation über
Geräte hinweg. Ist Firebase gar nicht konfiguriert, fällt die App auf reinen Lokalbetrieb
zurück statt kaputtzugehen — so sollte sich ein solches Werkzeug verhalten.
Wo es steht
Eine Preview und das am wenigsten fertige meiner Projekte. Planer, Saisonen, Konfliktanalyse, Auto-Plan, Kalender und Ernte-Log funktionieren; das UI gibt es bislang nur auf Deutsch. Was wirklich fehlt, ist ein zweites Gartenjahr eigener Nutzung, um herauszufinden, welche Teile ich tatsächlich anfasse.